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Wer Fehler sucht, wird Fehler finden

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Es gibt ein Phänomen, das Vielen auffällt. Dieses Phänomen hängt mit angestauten Emotionen zusammen, Unzufriedenheit und der daraus resultierenden Missgunst gegenüber anderen Menschen. Es scheint viele Leute zu betreffen und führt zu nichts außer Ärger, Wut, Demütigung und Beschämung: die Reduktion von Menschen auf ihre Fehler.


Selbsterhaltung durch Verletzung anderer Menschen

Ich kenne Einige, die ihre Mitmenschen ständig auf ihr vermeintliches Fehlverhalten hinweisen. Es spielt keine Rolle, wann der Fehler gemacht worden ist, ob daraus etwas Wichtiges gelernt wurde, ob er wieder gutzumachen war, welche guten Eigenschaften die Person aufweist, welche Verdienste sie geleistet hat oder wie alt sie war.


Das alles ist überhaupt nicht von Bedeutung. Einzig relevant ist, dass ein Fehler passiert ist und nur darauf liegt der ganze Fokus. Diese Gelegenheit bildet für einige Menschen den Nährboden für Beschämungen aller Art.


Macht und Kontrolle als Überlebensstrategie

Warum geschieht das? Es hat etwas mit Macht und Kontrollstreben zu tun und damit, dass man sich selbst keine Fehler eingestehen kann.


Ebenso scheint wenig bis kein Vertrauen gegenüber den Mitmenschen vorzuliegen. Eine wichtige Überlebensstrategie besteht darin, sich so weit über sie zu erheben und zu distanzieren, dass Demütigungen und Beschämungen ein probates Mittel sind, um ein Gefühl von Macht zu erlangen und die eigene Existenz zu sichern.


Was steckt dahinter? Wenn Menschen sich ihre eigene Menschlichkeit nicht verzeihen können (also die Tatsache, dass sie verletzbar und fehlbar sind bzw. waren), dann wurden sie ganz sicher selbst zutiefst gedemütigt.


Dabei ist viel Vertrauen verloren gegangen, vielleicht jeder kleine Funke. Große Wunden der Scham klaffen in ihnen und sind so groß, dass jede weitere Wunde vermieden werden muss. Abstand zu anderen Menschen und die Verachtung ihrer Menschlichkeit sind Strategien, um Nähe zu vermeiden und letztlich Wunden zu verhindern.


Verletzungen verhindern Verletzlichkeit

Denn Vertrauen birgt immer das Risiko, enttäuscht werden zu können. Es ist ein Vorschuss, den man nur gewähren kann, wenn potenzielle Rückschläge verkraftbar sind. Menschen, die solch eine prekäre Strategie anwenden müssen, um ihre Selbsterhaltung zu gewährleisten, haben großes Leid erfahren.


Ihr Verhalten sollte verachtet werden, nicht aber sie als Menschen! Hinter der Fassade aus Fehlerzuweisung und Angriff verstecken sich oft sensible und verletzte Seelen.


Natürlich sollte sich dennoch niemand ein solches Verhalten gefallen lassen. Eigene Abgrenzung, Kontaktbeschränkungen und vielleicht sogar -abbruch kommen infrage, um verletzende Situationen zu vermeiden und sich selbst zu schützen. Das ist wichtig, denn so wird der Ausbildung schädlichen Verhaltens vorgebeugt, die emotionale Balance gestärkt und die eigene Stabilität gesichert.


PS: In diesem Artikel geht es nicht um die sachliche Konfrontation von Fehlern auf Augenhöhe (die sinnvoll und wichtig ist), sondern darum, diese als Angriffsmittel zu verwenden, um Menschen zu verletzen.

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