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Kontrolle ist wichtig - Vertrauen ist besser

Was wäre denn das für ein Leben – so ganz auf sich allein gestellt, ohne Geborgenheit und ohne die Gesellschaft geliebter Menschen? Bestimmt gibt es Leute, die so leben, weil sie allerhand schlechte Erfahrungen gemacht haben und davon überzeugt sind, dass sie - wenn überhaupt - nur sich selbst vertrauen können. Ich kenne (auch durch meine berufliche Tätigkeit bedingt) viele Menschen, die große Probleme haben, anderen wirklich vertrauen zu können.


Der Grundstein für Vertrauen liegt in einer sicheren Bindung zwischen Kind und Eltern/Bezugspersonen. Wenn in den ersten Lebensjahren überwiegend Sicherheit und Geborgenheit vermittelt wurden, ist das Fundament für Vertrauen im späteren Leben gut ausgebildet. Das heißt natürlich nicht, dass dann alles ganz reibungslos und voller Vertrauen ablaufen wird, aber eine gewisse Basis ist schon mal vorhanden. Falls dieses Urvertrauen nicht gebildet werden konnte, hat man später trotzdem noch Möglichkeiten, dieses Fundament zu pflegen und auszubauen.


Jeder Mensch ist auf Gesellschaft angewiesen, denn ohne sie könnten wir weder sprechen, noch laufen. Der Vorteil vom Erwachsensein besteht darin, dass man sich die Menschen aussuchen kann, mit denen man seine Zeit verbringt. Und getreu dem Motto „die Umwelt formt den Menschen“ hat man so die Möglichkeit, Menschen in sein Leben zu ziehen, die einen bei der eigenen Entwicklung unterstützen.


Außerdem ist Vertrauen ja keine Konstante, die man entweder vollkommen und zu 100% besitzt oder eben nicht. Es handelt sich vielmehr um eine Variable, die sich stets verändert, neu bildet, manchmal etwas einbricht und je nach Lebensbereich unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Das Leben ist keine lineare Funktion, weder beruflich, noch privat. Trotzdem gibt es meist grobe Tendenzen, in welche Richtung das Leben verlaufen kann. Vielleicht enttäuschen mich einige Menschen in meinem Umfeld, das kommt vor. Ich kann immer noch steuern, wie sehr ich diese Verletzung an mich heranlasse und wie viel Zeit ich mit diesem Menschen verbringen möchte. Ich könnte auch den Fokus darauf richten, welche guten Erfahrungen ich mit Vertrauen bereits gemacht habe. Das ist eine Übungssache und erfordert etwas Überwindung. Die Hauptaufgabe des menschlichen Verstandes besteht nämlich in der Sicherung des Überlebens. Und dahingehend sind negative Erfahrungen natürlich wesentlich bedeutsamer, als positive.


Ohne dem Vertrauen, dass nichts passieren wird, verlässt niemand gern die Wohnung. Um das Vertrauen in das Leben zu stärken ist es von Vorteil, sich als selbstwirksam zu erleben. Denn wenn man die Erfahrung macht, dass man sein Leben nach den eigenen Wünschen gestalten kann, steigert das automatisch eine positive Lebenseinstellung.


Nun gibt es zunehmend viele Menschen, die einen ausgeprägten Hang zur Kontrolle haben. Ich kenne sehr viele Menschen, die so viel putzen, dass mir ganz schwindelig wird. Oder auch Leute, die ihren Partnern ständig unterbreiten, welche Sachen sie anziehen müssen und wie sie sich zu verhalten haben. Diese Menschen können es auch schlecht aushalten, wenn ihre Kinder eine eigene Meinung haben und sich nicht entsprechend den elterlichen Erwartungen verhalten. Das bedeutet dann für die Eltern: Kontrollverlust. Und ohne ein bisschen Vertrauen, dass schon alles trotzdem irgendwie gut gehen wird, wirkt dieser Kontrollverlust schon etwas existenzbedrohlich. Natürlich hat jeder Mensch irgendeine Marotte, um gefühlt die Kontrolle zu behalten. Auch hier ist wieder ausschlaggebend, welchen Raum sie eingenommen hat und ob sie der eigenen Entwicklung langfristig dienlich ist, oder nicht.


Meiner Meinung nach sollte Selbstwirksamkeit nicht mit Kontrolle verwechselt werden. Zumindest sind diese beiden Begriffe nicht identisch. Selbstwirksamkeit fördert das eigene Wachstum und Vertrauen in sich und die Welt. Kontrolle dient eher dazu, Schaden abzuwenden, da das Vertrauen eher bröckelig ist und gar keine Chance hat, zu wachsen. Wieder gilt, dass alles irgendwie in die Waage kommen muss, damit die eigene Gesundheit langfristig gefördert wird.




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