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Herausforderung: Alltag

Aktualisiert: Feb 17

Morgens aufstehen, arbeiten, abends heimkommen, noch 2 Stunden fernsehen, ins Bett gehen. So oder so ähnlich sieht der Alltag vieler Menschen aus. Am Wochenende vielleicht noch ein paar Feierlichkeiten oder Hobbies oder noch mehr Arbeit...ein Hamsterrad aus nie enden wollenden Erwartungen an sich selbst.

Eine hohe Sensibilität erfordert Regenerationsphasen. Dauer und Häufigkeit dieser Phasen hängen mal wieder von den individuellen Bedürfnissen jedes Menschen ab. Da ich beispielsweise stark auf visuelle und akustische Reize reagiere, überlege ich mir genau, welche Informationen, Filme und Bücher ich konsumiere. Natürlich weiß ich nicht 100% vorher, was ich da jetzt genau vor mir habe. Aber ich kann schon grob abschätzen, ob der Inhalt, der mir vor der Nase liegt, meiner Gesundheit dienlich ist oder nicht.

Das bezieht sich neben medialen Inhalten (egal ob analog oder digital) übrigens auch auf Menschen. Wenn ich weiß, dass jemand permanent schlecht drauf ist, eine latente oder offensichtliche Unzufriedenheit ausstrahlt oder kein einziges gutes Haar an mir lassen wird, um seine Wut irgendwo abreagieren zu können, dann meide ich diese Person(en). Zuerst habe ich an mir selbst gezweifelt...fällt nur mir auf, dass dieser Mensch einfach schlecht drauf ist, oder bin ich einfach zu sensibel? Nein, ich bin definitiv nicht zu sensibel, denn wenn ich Leute gefragt habe, die mit sich selbst gut zurecht kommen, ob sie auch die Unzufriedenheit spüren, sagten sie: „du hast schon recht, ich merke die Unzufriedenheit auch!“.

Das hatte für mich zur Folge, dass ich mich von einigen unglücklichen Menschen distanziert habe. Hier möchte ich anmerken, dass ich ein sehr hilfsbereiter Mensch bin. Wenn jemand in der Tinte sitzt und meine Hilfe braucht, helfe ich gern! Wenn aber ein Mensch permanent Gründe sucht, um seiner Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen und mich dabei verletzt, dann suche ich Abstand und kommuniziere es auch. Das ist nicht zu jedem Zeitpunkt möglich, aber eine gewisse Kontrolle hat man schon darüber. Selbst wenn es sich um Familienmitglieder handelt, so sollte man sich selbst gegenüber immer noch am meisten verpflichtet fühlen. Das ist schwierig, anstrengend und ein langwieriger Prozess. Und es lohnt sich für die eigene Gesundheit.

Außerdem sind so Dinge wie Auto fahren, einkaufen, Kinobesuche oder große Feierlichkeiten manchmal schwer zu bewältigen. Ich kenne einen sehr sensiblen Menschen, der im Supermarkt quasi durch die Gänge zwischen den anderen Leuten durchhetzt und schnell alles einkauft, was er auf der Liste stehen hat. Es ist für ihn nämlich anstrengend, sich mit vielen Menschen bei pausenlos dudelnder Musik und vollen Regalen für lange Zeit aufzuhalten. Ich dagegen finde es anstrengend, mehr als eine Stunde am Stück Auto zu fahren, weil die Gegend an mir vorbeirauscht und ich trotzdem meinen Fokus nach vorn richten muss. Kinobesuche tätige ich nur mit Watte in den Ohren. Denn die Lautstärke dort ist für meine sensiblen Ohren nur mithilfe von Schutzmaßnahmen erträglich.

Hier sind noch einige Dinge, die ich im Alltag beachte: - nicht den ganzen Tag durchplanen (viele Erholungspausen sind wichtig)

- Hobbies gezielt auswählen und ggf. verändern

- notwendige anstrengende Tätigkeiten vorbereiten (z.B. Einkaufslisten schreiben, das

erspart lange Zeit im Supermarkt)

- halbwegs Ordnung halten (sowohl beruflich als auch zuhause)

- große Aufgaben (z.B. Weiterbildungen) dann machen, wenn andere Lebensbereiche so

gestaltet sind, dass trotzdem Erholung möglich ist

- Entspannungsübungen durchführen und Selbstwertgefühl pflegen

- so weit wie möglich den Konsum von Reizen (Medien, Menschen, etc.) bewusst steuern

- Zeitdruck vermeiden

- öfters Zeit in der Natur verbringen



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