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Geborgenheit in Krisenzeiten - Halt im Leben finden

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Momentan erleben wir, dass einige unserer gewohnten Strukturen komplett in sich zusammenbrechen. Alle uns vertrauten Routinen und Abläufe sind plötzlich ausgesetzt und keiner weiß, wann und ob wir in Zukunft dahin zurückfinden werden.


Es ist eine Zeit, in der uns bewusst wird, auf was wir bauen können, wenn die äußeren Gewohnheiten nicht mehr vorhanden sind. Und wie sich unsere zwischenmenschliche Kommunikation verändert.

Ich habe durch eigene und berufliche Erfahrungen gelernt, dass Krisen die aller tiefsitzendsten Mechanismen in einem zutage fördern.


Denn diese sind so alt und vertraut, dass sie in Umbruchszeiten die letzte Sicherheit schenkende Instanz darstellen. Dieser „Überlebensmechanismus“ ist von Mensch zu Mensch durch unterschiedliche Emotionen gefärbt.


Die Basis für Geborgenheit

Einige sehr beneidenswerte Menschen werden durch eine tiefe Wärme getragen, verfeinert mit einer ordentlichen Portion Optimismus und Hoffnung. Ihr Glauben an das Gute ist quasi nicht (dauerhaft) zerstörbar und vielleicht zählen sie zu den glücklichsten Menschen auf der Welt.


Wahrscheinlich waren und sind sie (vor allem als Kind) von Bezugspersonen umgeben, die stets ein offenes Ohr für all die kleinen und großen Sorgen hatten bzw. haben und einen unerschütterlichen Glauben mit auf den Weg geben konnten.


Die Bewältigung von Krisen ist dann zwar keinesfalls leicht, aber machbar. Denn eine gute Basis und die Fähigkeit der Kommunikation helfen ungemein, um erlebten Unsicherheiten optimistisch zu begegnen und ggf. Rat einzuholen.


Ich behaupte ganz kühn, dass die weitaus größere Gruppe von Menschen keine solche solide Basis hat. Wenn es im Außen etwas turbulent wird, fallen sehr viele in eine Art Angststarre. Oder noch schlimmer in Verhaltensweisen, die einem selbst oder anderen schaden.


Ich hatte mal ein Gespräch mit einer Frau, die in einer Beratungseinrichtung für Frauen mit Essstörungen arbeitet. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Frauen besonders dann sehr stark mit dieser Störung zu kämpfen hatten, wenn irgendeine Sicherheit im Leben wegzubrechen drohte bzw. bereits weggebrochen war.


Das darunterliegende Muster war also, dass die Essstörung eine Art „Gewohnheit“ darstellte, obwohl ihre Auswirkungen überhaupt nicht positiv waren. Aber da es sich um ein etabliertes Muster handelt und auf eine bestimmte Art und Weise an vertraute Emotionen gekoppelt ist, ist es in turbulenten Zeiten schwieriger, dem Mechanismus entgegenzuwirken.


Hier ist ganz dringend Hilfe notwendig, um durch verschiedene Techniken (und therapeutische Unterstützung) den Teufelskreis durchbrechen zu können.


Geborgenheit als Grundlage für ein glückliches Leben

Das heißt nicht, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt. Wenn man sich selbst eingestehen kann, dass dieses Muster überhaupt existent ist (und dafür benötigt man eine recht gute Reflektionsfähigkeit), dann stehen die Chancen gut, dieses Muster aufzubrechen.


Die Grundlage dafür bildet die Etablierung einer ebenso Sicherheit schenkenden Gewohnheit, die als „emotional vertraut“ abgespeichert wird (und im günstigsten Fall mehr nützt als schadet). Das benötigt viel Zeit, Geduld, Hilfe und die Fähigkeit, kleine Rückschläge liebevoll annehmen zu können.


Ohne Halt ist das Leben mehr schlecht als recht zu bewältigen. Und Krisen gibt es im Leben immer, wobei die Dimensionen natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich groß sind, bzw. wahrgenommen werden.


Wir sind alle gut beraten, uns darum zu kümmern, dass wir eine innere Instanz etablieren, die uns trägt. Vielleicht gibt es dann zukünftig weniger Menschen, die sich selbst und andere verletzen, von Erkrankungen oder Störungen betroffen sind.


Was wäre das für eine wunderbare Welt, in der Vertrauen und emotionaler Halt einen höheren Stellenwert einnehmen würden, als Leistungsfähigkeit und Wirtschaftswachstum?

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