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Das Leben steckt voller Möglichkeiten. Wenn wir uns dazu in der Lage fühlen würden, unsere Träume zu verwirklichen, dann gäbe es sicher weniger Elend, Ausbeutung und Traurigkeit auf der Welt. Das Gefühl, tatsächlich frei zu sein, kennen nicht besonders viele Menschen. Obwohl wir (abgesehen von Krisenzeiten) viele objektiv vorhandene Freiheiten (z.B. Reisen, Berufswahl, etc.) genießen könnten, gibt es doch oft innere Mächte, die uns von der Verwirklichung unserer Träume abhalten.


Das passende Wort dafür ist „Fremdbestimmung“. Es ist normal für jeden Menschen, innerhalb des Sozialisationsprozesses und darüber hinaus Meinungen, Haltungen und Einstellungen von der sozialen Umgebung förmlich aufzusaugen. Wir sind soziale Wesen und daher permanent in Interaktion mit unserer Umwelt. Dennoch sollten wir immer wieder kritisch prüfen, nach welchen Maßstäben wir unsere Entscheidungen treffen. Ist es der Weg des geringsten Widerstandes, der uns durchs Leben führt und der uns am Ende bitter aufstößt, weil wir gar nicht unser eigenes Leben gelebt haben? Oder haben wir gelernt, fremde Einstellungen als genau das zu identifizieren, unser eigenes Ding zu machen und auch einmal gegen den Strom zu schwimmen?


Die Frage ist: „Wie ist das Verhältnis von Fremd- zu Selbstbestimmung in meinem Leben?“. Einem gewissen Grad an Fremdbestimmung ist jeder unterlegen, der innerhalb der Gesellschaft lebt. Spätestens Behörden, Gesetze und Regelungen sind für jeden gültig und können nicht ohne Weiteres geändert werden. Trotzdem gibt es gewisse Normen und Werte, die durchaus auf ihre Sinnhaftigkeit und Tauglichkeit überprüft werden können. Was nutzt es mir beispielsweise, wenn ich (wie viele andere Menschen) in einer Situation festhänge, die mir schadet, nur um anderen mein Durchhaltevermögen und meine Belastbarkeit zu beweisen? Das gehört eindeutig in die Rubrik „Fremdbestimmung“, denn ich selbst mache meinen Wert und mein Selbstvertrauen nicht davon abhängig.


Ein anderes Beispiel ergibt sich in der Wahl der Lebensform. Das klassische Prinzip lautet: Partner/in finden, heiraten, etwas arbeiten und ansparen, Kinder bekommen, Haus bauen. Ständig und von den unterschiedlichsten Menschen wird diese (äußerst veraltete) Erwartung an meinen Partner und mich herangetragen. Für mich persönlich fühlt sich dieses Leben sehr fremdbestimmt an und hat wenig mit meinen Bedürfnissen gemeinsam. Denn ich fühle bei diesem Lebensmodel vor allem Enge, festgelegte Zukunft, Schulden, Durchhalten, Anpassung, fehlende örtliche Flexibilität. Daher ist es für mich keine Option und nicht Teil MEINES Verständnisses von einem freien und selbstbestimmten Leben.


Es ist eine Menge an Reflektionsarbeit nötig, um das Eigene vom Fremden trennen zu können. Es handelt sich um einen Lernprozess, der zu einem selbstbewussteren Leben führt und zum ein oder anderen zwischenmenschlichen Konflikt führen kann. Dieser Prozess ist unbequem und lohnt sich doch so sehr, denn schon während dieser spannenden Reise stellt sich ein Gefühl ein, das vielen Menschen nicht mehr bekannt zu sein scheint. Freiheit und Leichtigkeit gewinnen an Stärke, während Angepasstheit, Ohnmacht und das Gefühl von „Gefangensein“ an Einfluss verlieren.


Vielleicht ist Freiheit unser ursprünglicher Zustand, zu dem wir zurückfinden können. Auch in einer Gesellschaft, in der viele Beschränkungen vorherrschen, gibt es Möglichkeiten, das eigene Freiheitsgefühl wiederzubeleben und das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten. Freiheit ist unser höchstes Gut, also sollten wir uns darum kümmern, dass es zu unserem Lebensgefühl wird.






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