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Warum es sich lohnt, die Eigenverantwortung für sein Leben zu übernehmen

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Erwachsenwerden ist ein Prozess, der im günstigsten Fall auf einen verantwortungsvollen Umgang mit und für sich selbst hinausläuft. Das heißt vor allem: den eigenen Bedürfnissen genügend Aufmerksamkeit schenken; Selbstfürsorge betreiben; Meinungen anderer als genau das zu betrachten; sich von den Erwartungen anderer Menschen lösen; sich fragen, was man wirklich möchte im Leben; die Lebensumstände an die eigenen Bedürfnisse so weit wie möglich anpassen...


Puuh. Und das dann auch noch bis zum Lebensende durchhalten. Das bedeutet natürlich auch, ständig seine eigenen Grenzen zu verteidigen, seine Meinung auch bei Gegenwind zu vertreten, Konflikte auszutragen, die Balance zwischen kindlicher Neugierde und erwachsenem Ernst zu behalten.


Klingt alles nach großer Anstrengung und ist es auch, aber mit der Zeit wird man geübter. Wenn man einmal begriffen hat, dass es hier um die Gestaltung des eigenen (einen) Lebens geht, und irgendwann sicher der Zeitpunkt kommt, wo es noch einmal an einem vorbeizieht (und sämtliche Ausreden wie „konnte den Job nicht wechseln, musste den Kredit abbezahlen“) nichts gelten, entsteht vielleicht ein Eindruck davon, wie wichtig Eigenverantwortung ist.


Warum es bequem ist, fremdbestimmt zu leben

Ich will hier nicht sagen, dass ich den Prozess des Erwachsenwerdens schon völlig gemeistert habe. Immer wieder gerate ich im Alltag an Blockaden (bewusst oder unbewusst), die mich glauben lassen, dass es doch viel bequemer, sicherer und einfacher wäre, das mit der Eigenverantwortung aufzuschieben.


Und ich muss sagen, dass viele Menschen sehr kreative Mechanismen entwickelt haben, um in ihrer Blase der Fremdbestimmung (also der Bestimmung durch andere Menschen oder gesellschaftlich verankerte Glaubenssätze, etc.) zu bleiben.


Es ist tatsächlich leichter, die Verantwortung für ein verkorkstes Leben jemand anderem (Menschen, Gesellschaft, etc.) in die Schuhe zu schieben, als sich einzugestehen, dass man hätte selbst aktiv das Leben in die eigene Hand nehmen müssen.


Ich finde es nicht verwunderlich, dass Angststörungen oder dergleichen besonders häufig bei jungen Erwachsenen auftreten. Das ist überhaupt nicht zu verharmlosen, dennoch glaube ich da an einen Zusammenhang zu den ganzen neuen Herausforderungen, die einem in diesem Lebensabschnit begegnen.


Auf das Erwachsensein vorbereitet?

Es gibt ja jetzt auch keine Vorbereitung für diese neue Verantwortung, die man gegenüber sich selbst tragen sollte. Idealerweise könnte einen die Schule und/oder das soziale Umfeld (Familie) darauf vorbereiten, die eigenen Bedürfnisse und Interessen kennenzulernen, eigene Ziele herauszufinden, Grenzen zu verteidigen, Lebensumstände anzupassen.


Ich kenne kaum jemanden, der so auf das Erwachsenwerden vorbereitet worden ist. Das darf natürlich keine Ausrede sein, dass man trotzdem selbst in diese Verantwortung hineinwachsen muss, aber vielleicht macht es deutlich, warum so viele junge Menschen mit diesem Entwicklungsprozess überfordert sind.


Und ihn solange aufschieben, bis sie durch Krankheit oder Zusammenbruch gezwungen werden, Eigenverantwortung wahrzunehmen (oder im schlechtesten Fall vollkommen von anderen Menschen abhängig sein).


Es lohnt sich, Eigenverantwortung zu übernehmen

So...und wie schafft man es nun, trotz zahlreicher Widerstände im Innen und Außen, seine Eigenverantwortung zu stärken und auszubauen? Es geht ja auch darum, dass man trotzdem mit bestehenden, nicht veränderbaren Schranken (z.B. Behörden) zurechtkommt.


Eine Antwort darauf ist sehr schwer zu geben. Man könnte mit Menschen in Kontakt kommen, von denen man den Eindruck hat, dass sie ihre Eigenverantwortung gut tragen können und ihr Leben so gestalten, dass es sich für sie gut anfühlt. Permanente Nörgler, die den Anschein machen, in ihren Augen alles erreicht zu haben (Haus, Kinder, unbefristeter Job, etc.), aber sich darüber beschweren, wie schwer alles ist...gehören NICHT in die Kategorie „Eigenverantwortung erfolgreich übernommen“.


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