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Ein Hoch auf die selektive Wahrnehmung

Aktualisiert: März 12

Das Leben ist Vielfalt, Abwechslung, manchmal gut, manchmal schlecht und ständig im Wandel. Es gibt keine objektive Realität, die von jedem Menschen in gleicher Art und Weise wahrgenommen wird. Natürlich gibt es gesellschaftlich geltende Normen und Werte, die über verschiedene Wege (z.B. Bildungssystem, Sozialisierung) übermittelt werden und für das Zusammenleben wichtig sind. Und dennoch erschafft sich jeder Mensch eine eigene, individuelle Realität, die das Ergebnis aus vorgelebten Werten, Erfahrungen, Informationen und Weltanschauungen ist. Diese Realitätswahrnehmung bildet immer nur eine Momentaufnahme ab und ist – wie das Leben auch – permanentem Wandel unterworfen.


Im Alltag kann man das sehr gut beobachten. Ein fundamental einschneidendes Lebensereignis hat von Mensch zu Mensch unterschiedliche Auswirkungen. Für den einen bedeutet es Glück, ein anderer bewertet es negativ. Zu einem späteren Zeitpunkt kann eben dieses Ereignis wieder ganz anders wahrgenommen werden. Lebenseinstellung, soziales Umfeld und weitere Faktoren (Lösungsorientierung, Selbstvertrauen, etc.) bilden die Basis dafür, wie Ereignisse wahrgenommen werden und wie deren Auswirkungen sind. Die eigene Realität unterliegt somit der selektiven Wahrnehmung dessen, was „relevant“ erscheint.


Der Vorteil eines stets formbaren Gehirns besteht darin, dass die eigene Realität zu einer Realität werden kann, die dem persönlichen Wachstum dienlich ist. Ich habe keinen Nutzen davon, wenn ich mir vor Augen führe, was alles schlecht läuft in der Welt. Ich würde wahrscheinlich Angst bekommen, mich ohnmächtig fühlen, meine Gefühle abspalten und dann passiv und unzufrieden vor mich hin leben. Und natürlich ist es schwierig, der ständig laufenden (eher negativ gefärbten) Welle an Informationen und Neuigkeiten aus dem Weg zu gehen. Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit (sogar wenn er sie nicht bewusst wahrnimmt), sein Gehirn auch mit Content zu füttern, der selbstbewusstes Handeln, Engagement und Gesundheit unterstützt.


Außerdem können negative Bewertungen bestimmter Ereignisse auch dazu dienen, selbstwirksame Maßnahmen zu ergreifen, um eben diese zukünftig zu vermeiden und den entstandenen Schaden zu reparieren. Es liegt im Auge des Betrachters, wohin der Fokus gelenkt wird. Ich kenne niemanden, der ständig glücklich oder zufrieden ist und alle seine Baustellen beseitigt hat. Aber ich kenne Menschen, die genau das versuchen und so stabil sind, dass fundamentale Lebensereignisse als Herausforderungen angenommen werden und die psychische und physische Stabilität nicht (langfristig) gefährdet wird. Bestimmt gibt es auch ein paar wenige Menschen auf der Welt, die den Zustand der absoluten Ruhe und Glückseligkeit erreicht haben, aber mein Anspruch ist das gar nicht.


Mir geht es darum, trotz negativer Erlebnisse, immer wieder ins Gleichgewicht zu kommen und dadurch langfristig noch ausgeglichener und selbstbewusster zu werden. Und wenn ich bemerke, dass ich Informationen wahrgenommen habe, die mich runterziehen, dann ist es meine Verantwortung mir selbst gegenüber, ein positives Gegengewicht zu etablieren. Die selektive Wahrnehmung kann also in jede erdenkliche Richtung gelenkt werden. Bewusst eingesetzt ist sie so ein wertvolles Instrument auf dem Weg der persönlichen Entwicklung.





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