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Durch Auswahl gestresst? So lebst du einfach und entspannt!

Aktualisiert: Okt 1

Ich stehe vor einem Einkaufsregal voller Marmelade. Mein Ziel: schnell ein kleines Glas Marmelade kaufen, damit ich es in Ruhe aufbrauchen kann, bevor es schlecht wird. Mein Gegner: ein riesiges Regal mit diversen Sorten, Marken, Preisen, Anbauregionen. Alles ist bunt und leuchtet. Ich versuche, mir einen Überblick zu verschaffen, doch langsam wird mir schwindelig. Also greife ich, wie so oft, zu der mir bekannten Marmelade im kleinen Glas zum günstigen Preis. „Die tuts doch“, denke ich und laufe zur Kasse.

Konsum als Stressfaktor - das muss nicht sein!

Wir haben es gut hier bei uns. Unser materieller Wohlstand hat uns die Möglichkeit verschafft, zu konsumieren, was das Zeug hält. Von Allem gibt es jedes Produkt in vielfacher Ausführung, in verschiedenen Preislagen und Farben von Herstellern aus der ganzen Welt. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, denn so können wir selbstbestimmt entscheiden, welches Produkt für uns infrage kommt und schafft ein wenig Individualität.

Wer bestimmt, was wir kaufen?

Allerdings meine ich, dass die Notwendigkeit zum Kauf bestimmter Dinge nicht direkt aus einer intrinsischen Motivation heraus getätigt, sondern durch geschicktes Marketing in uns ausgelöst wird. Diese Art der Konditionierung trägt dazu bei, dass ein Verlangen nach einem Produkt erzeugt wird, welches zuvor noch nicht vorhanden war. Was wir also tatsächlich kaufen, hängt damit zusammen, was in unserer sozialen Schicht als angemessen gilt, welche Werte wir vertreten und wie sehr wir uns zu einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen möchten. All das ist menschlich.


Konsum von Produkten oder Konsum von Zeit?

Nun gibt es immer mehr Menschen, die ihren Konsum materieller Produkte auf das Wesentliche einschränken und gegen den Konsum stressfreier oder erlebnisreicher Zeit eintauschen. Denn die riesige Auswahl an Dingen erhöht nicht nur den Druck auf Umwelt, Tiere, ProduzentInnen und Industrie, sondern auch den Druck auf den Einzelnen. Vergleichen, kaufen, pflegen, sauber halten, aufbrauchen, ordnen, entsorgen – all das sind Tätigkeiten, die mit dem Erwerb eines einzigen neuen Gegenstandes unter Umständen verbunden sind. Vollgestopfte Häuser und Wohnungen mit wenig Wohn- aber viel Stauraum sind nicht selten die Folge des vorhandenen Überangebots.

Es ist Stress, jeden Morgen vor einem Berg Hosen zu stehen und entscheiden zu müssen, welche der 20 Jeans am besten zur Bluse passt. Es ist anstrengend, das passende Marmeladenglas aus einem Regal mit 50 verschiedenen Sorten zu finden. Ohne eine Ahnung davon, was einem selbst beim Kauf eines bestimmten Produkts wichtig ist, ist man im Angebotsdschungel völlig verloren.

Wie Minimalismus zu einem entspannteren Leben verhilft

Wie einfach wäre es dagegen, wenn in den eigenen vier Wänden nur das vorhanden wäre, was wirklich im Alltag notwendig ist? Welche Erleichterung würde es bedeuten, nicht „Opfer“ seiner Konsumgüter zu sein, sondern nur die Dinge zu besitzen, die Freiheit schenken, statt rauben? Die Voraussetzung hierfür ist eine Herausforderung für viele Menschen. Denn es wird erst ersichtlich, was man wirklich benötigt, wenn man sich selbst und seine Bedürfnisse gut kennt. Einem eher „minimalistischen“, also einem auf die wesentlichen Dinge reduzierten Zuhause, geht ein hohes Maß an Selbsterfahrung einher. Zudem bedarf es Selbstbewusstsein und Stärke, um all den materiellen Verlockungen zu entgehen und das eigene Identitätsgefühl nicht zwangsläufig durch sichtbare Produkte aufhübschen zu müssen.


Konsum mit Qualitätsbewusstsein

Konsum an sich ist nichts Verwerfliches und in gewisser Weise notwendig. Es geht vielmehr um dessen Qualität, Art und eine bewusste und nachhaltige Einstellung. Die Investierung von Geld in Erlebnisse zur Stärkung des eigenen Wohlbefindens ist sicher sinnvoller, als der Erwerb des achten Abendkleides in der gegenwärtigen Trendfarbe.

Die Qual der Wahl ist eine Luxusangelegenheit, der wir uns getrost entziehen können. Je stabiler das eigene Selbstwertgefühl und je höher die Selbstreflektion, desto größer sind die Chancen für bewussten und zielführenden Konsum. Das ist alles nicht schwierig, aber erfordert eine klare Vorstellung von der eigenen Persönlichkeit und gewisse Modifizierung gelernter Gewohnheiten.

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