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Chaos außen - Chaos innen?

Es gibt sie: die Menschen, die an Tausenden von Baustellen gleichzeitig werkeln, wo ewig nichts fertig wird, immer etwas herumliegt – und die die Ausgeglichenheit in Person sind. Alles, was um sie herum passiert (oder eben auch nicht), scheint keinerlei Einfluss auf ihr inneres Gleichgewicht zu haben. Ich frage mich oft, wie diese Menschen es fertig bringen, in all dem Chaos die Ruhe zu bewahren und kann sie für diese Fähigkeit nur bewundern.


Genauso gut kenne ich auch Leute, die innerlich so aufgewühlt und zerstreut sind, dass das äußere Chaos exakt den inneren Zustand widerspiegelt. Es haben sich Berge an Kleidung, Dekoartikeln, Büchern, Urlaubsmitbringseln, Erbstücken und weiterem Kram aus den unterschiedlichsten historischen Epochen angesammelt. All das hat irgendwann so überhand genommen, dass jeder Versuch des Ordnens und Sortierens schon von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Spätestens während der Aufräumaktion fallen Sätze, wie: „Das kann nicht weg, irgendwann brauche ich das – wer weiß, was noch für Zeiten kommen.“ oder „Das ist ein Erbstück von der Uroma, die es wiederum von der Cousine der Nichte eines berühmten Schriftstellers bekommen hat.“


Manchmal hat es mit Verlustängsten zu tun, wenn Menschen Dinge horten. Vielleicht haben sie noch Kriegserfahrungen oder Mangelzustände erlebt. Ich jedenfalls benötige ein gewisses Maß an Struktur um mich herum, damit ich mich wohlfühlen kann. Praktisch bedeutet das: regelmäßige Aus- und Aufräumaktionen, sowie doppeltes Überlegen bezüglich einer Neuanschaffung.


Vor allem wenn ich neue Dinge wie Bücher oder Klamotten gekauft habe, sehe ich nach, ob ich dafür einiges ausräumen und verschenken kann. Früher habe ich einfach neue Schränke gekauft, wenn die alten voll waren, aber das war eine schlechte Idee. Denn jede Verstauungsmöglichkeit erlaubt es, weiter anzusammeln und irgendwann vergisst man, was schon alles vorhanden ist. Ich bin sehr beruhigt, wenn ich in etwa abschätzen kann, was ich alles habe. Und weil ich wenig Zeug brauche, spare ich auf Dauer viel Zeit beim Putzen und Aufräumen.


Ich habe sogar Freude daran, immer mehr Dinge wegzugeben und nur noch das zu behalten, was für mich wesentlich ist. Ich gewinne dadurch viel Platz und auch das Gefühl von Freiraum (im wahrsten Sinne des Wortes). Eine geordnete Umgebung mit viel freier Fläche wirkt sich sehr positiv auf mein inneres Gleichgewicht aus. Genauso verhält es sich, wenn ich Aufgaben angehe. Ich schließe sehr gern eine Aufgabe ab und bin zufrieden, wenn ich danach etwas Freizeit habe. Darum versuche ich, große Projekte immer schrittweise anzugehen, damit ich schnell mit einer kleinen Aufgabe fertig werde.


Was auch immer du brauchst, um dich innerlich stabil und entspannt zu fühlen...du kannst deine Umwelt zu einem erheblichen Anteil an deine Bedürfnisse anpassen.




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