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Ausmisten als Befreiungsschlag - Freiheit gewinnen durch Minimalismus

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Es ist zu einem Trend geworden. Viele Menschen misten aus, was das Zeug hält. Kein einziges Ding aus unserem Inventar ist mehr vor einer kritischen Betrachtung sowie der Prüfung auf Sinn-haftigkeit und Nutzungshäufigkeit sicher.


Dieser bewusste Umgang mit uns selbst und die daraus folgende Reduzierung auf das Wesentliche sind unglaublich heilsam und helfen uns, frei atmen zu können.


Festhalten statt Loslassen - wenig Platz mit viel Zeug

Ich war in vielen Wohnungen und Häusern zu Besuch, die bis unters Dach voll mit Dingen waren. Keine/r der Bewohner*innen hatte auch nur die leiseste Ahnung davon, was sich während der Dekaden an Lebenszeit so alles angesammelt hatte.


Alle diese Menschen verband meiner Meinung nach ein Hang zum Festhalten am Gewohnten und eine gewisse Angst vor Neuerungen. Das soll nicht wertend gemeint sein, es entspricht nur meiner Wahrnehmung.

Ich sah vor allem eines: Platz, der mit Zeug zugestellt war und der mit Wohnraum nichts mehr zu tun hatte. Es war quasi toter Raum, den es zu pflegen galt. Raum, voller Erinnerungen und Geschichte, voller Ballast und Verpflichtungen.


Wenn es Menschen nicht stört, solche Ansammlungen zu haben, ist das natürlich super. Aber meistens war dieser Wust an Dingen mit Stress verbunden, auch mit Resignation und dem Gefühl, all dem Chaos nicht mehr Herr*in zu sein.


Was brauchst du wirklich zum Leben?

Diesen Menschen ist es natürlich schleierhaft, wie es möglich ist, auf wenig Wohnraum zurechtzukommen. Das Geheimnis ist einfach und wird von Einigen bereits gelebt: nur das behalten, was wirklich verwendet wird.


Es bedarf schon einem gewissen Maß an Mut, sich von Dingen zu trennen, die einen für lange Zeit begleitet haben. Vielleicht hat das Erbstück von der Tante ein Vermögen gekostet und ist schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz.


Realistischer sind aber Berge an unbeachteten Klamotten aus den letzten 10 Jahren, Bücher zu einem bestimmten Thema zu dem man nun doch keinen Bezug mehr hat, Geschirr in Massen und Überbleibsel aus Hobbies, die nicht mehr betrieben werden (zumindest war das bei mir so). Die überwältigende Auswahl an nützlichen oder unnützen Sachsen ist belastend.


Selbstbestimmung leben durch Loslassen von Dingen

Es ist einfach befreiend, all diese belastenden Dinge loszuwerden. Eigenverantwortliches Handeln fängt da an, wo die Umgebung selbstbestimmt gestaltet wird. Ist es nicht einfach wunderbar, zu entscheiden, welche Sachen das eigene Leben bereichern dürfen und welche nicht?


Das Maß an Dingen, mit dem man sich wohlfühlt, ist dabei immer individuell auszuloten. Es geht darum, sich selbst kennenzulernen und ein Gespür für die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln.


Extreme Vorgaben, was die Menge an Sachen betrifft, halte ich für wenig zielführend, wenn dabei das Ziel „Befreiung und SelbstBEWUSSTsein“ gleich mit einem neuen Dogma zerstört wird.


Ich erlebe regelmäßiges Ausmisten immer wieder als Pflege meines Selbstwirksamkeitsgefühls. In einer Welt voller chaotischer Zustände sind es doch die kleinen Inseln der Selbstfürsorge, die an Relevanz gewinnen und die Lebensfreude stärken.




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